Schönheitsideale und das Gesicht im Wandel der Zeit

Wie Schönheitsideale uns beeinflussen und wir am besten mit ihnen umgehen können.




Wie sagt man so schön: „Schönheit liegt im Auge des Betrachters.“ Aber sehen wir das wirklich so? Und wenn ja, warum sehen unsere (weiblichen) Instagram und Hollywood Idole alle dann irgendwie gleich aus: Große Augen mit langen, voluminösen Wimpern, sinnlich vollen Lippen – alles am besten faltenfrei auf einer, wie sagt man so schön, „Glass Skin“?



Ich weiß, ich weiß, das klingt jetzt ziemlich provokant und generisch – ganz besonders für eine Gesichtleserin wie ich es bin. Schließlich geht es mir in erster Linie um Potentiale und Talente, nicht um das, was die Gesellschaft aktuell als schön empfindet. Ehrlich gesagt, muss ich allerdings gestehen, dass auch ich hin und wieder skeptisch vor dem Spiegel stehe und an der ein oder anderen Falte schiebe und zupfe. Aber trotzdem und genau deswegen möchte ich in diesem Beitrag die Bedeutung von Schönheitsidealen und ihre Auswirkungen auf uns etwas genauer beleuchten.



Der Status quo?


Schauen wir uns die erfolgreichen Celebrities unserer Zeit an, ist klar ersichtlich, dass unsere Gesellschaft einem spezifischen Schönheitsideal nachjagt. Für Frauen gilt, wer ovale Gesichtszüge mit ausgeprägten Wangenknochen, großen Augen und sinnlich vollen Lippen vorweisen kann, ist klar im Vorteil. Männer werden hingegen bewundert für ein gemeißeltes Gesicht mit starkem Kiefer und vollem Haar. Umso markanter die Merkmale, desto besser, versteht sich.


Im Facereading spiegelt das bestimmte Attribute wider, die auch inhaltlich bei uns besonders gefragt sind. Die Frau als kreative, leidenschaftlich-emotionale Empathin mit dem Sinn für Details und die feinen Dinge im Leben. Der Mann sportlich kraftvoll mit zielgerichteter Durchsetzungskraft; ein guter Beschützer und Machertyp – vor allem im Business. Und in der Tat: Das sind auch großartige Eigenschaften. Doch ist das Repertoire an erstrebenswerten Attributen damit ja noch lange nicht erschöpft.


Wir haben diese Idealvorstellung des Aussehens unterbewusst allerdings schon so verinnerlicht, dass wir uns oft gar nicht mehr die Frage stellen, warum wir in Wirklichkeit danach streben? Wollen wir doch in gewissen Lebensbereichen ganz bewusst individuell sein und uns von der Masse abheben. Ich möchte hier auch nicht zu stereotyp daherkommen, natürlich gilt das nicht für alle und jeden von uns. Mir geht es auch nicht darum, irgendjemanden zu verurteilen – ganz im Gegenteil. Ich möchte lediglich ergründen, welche Einflüsse von außen uns hier formen.




Ein Blick in die Vergangenheit


Besonders das Gesicht ist der sich im Laufe der Zeit stetig verändernden Wahrnehmung wohl mit am stärksten unterworfen. Was für uns in der westlichen Welt als schön gilt, wird in anderen Breiten- und Längengraden als Makel betrachtet. Ganz zu schweigen von vergangenen Zeitaltern und Strömungen, in dem sich das Schönheitsempfinden wie ein Pendel, mal auf ein bestimmtes Ideal zu und mal von ihm weg bewegte, je nach Einfluss der jeweiligen sozialen und historischen Gegebenheiten. Heute bewundert schließlich keiner mehr die ausrasierte Stirn von Königin Elisabeth I. oder sehnt sich nach dem Doppelkinn der in Rubens Gemälden dargestellten Schönheiten.


Eine besondere Ausnahme gibt es jedoch. Denn eine Definition von Schönheit hat sich bis heute recht gut halten können: und zwar die Vorstellung der antiken Griechen. Ihrer Ansicht nach war das perfekte Gesicht nach den Regeln harmonischer Proportionen definiert. Sie waren der Auffassung, dass alle Dinge, das Antlitz eingeschlossen, von der Mathematik und der Zahl 3 bestimmt werden und basierend auf Platos Konzept des menschlichen Gesichtes aus einem System von Dreiecken besteht. Das Kinn befindet sich demnach in der gleichen vertikalen Ebene wie die Stirn und in der Profilansicht fällt der Nasenrücken in einer geraden Linie von der Nasenwurzel zur Nasenspitze. Zudem sollte die Stirn schmal sein und die Augenbrauen einen weichen Bogen beschreiben. Das Kinn sollte rund und weich erscheinen und das Haar am besten blond sein. Auch heute noch wird das als schön empfunden, besonders bei den Frauen.


Die folgenden Epochen griffen diese Ansicht entweder auf, wie beispielsweise in der Renaissance, oder revidierten diese, wie das im 16. Jahrhundert zu Zeiten von Maria Stuart, Königin von Schottland, der Fall war. Ihre rote Haarfarbe, zuvor absolut kein Zeichen von besonderer Schönheit, wurde mit ihr erstmalig erstrebenswert.


Seit Beginn des 20. Jahrhunderts und besonders seit den 60er-Jahren sind die Schönheitsvorstellungen etwas flexibler geworden. Man bewunderte Ikonen wie Marilyn Monroe und Twiggy gleichermaßen; hatte pro Jahrzehnt jedoch meistens nur ein paar wenige Vorbilder im Rampenlicht.



Vom Individualist zum Massenphänomen


Vielleicht ist auch genau das der Knackpunkt an der Tatsache, warum sich Schönheitsideale überhaupt verändern. Denn sie verändern sich nicht rein zum Selbstzweck. Sie verändern sich, weil wir Menschen uns verändern. Weil sich unsere Werte, Normen und Bestrebungen verändern. Weil sich unser Blick auf die Welt verändert. Besonders klar ersichtlich ist das an den Subkulturen unserer Zeit, deren Vertreter oft erst als Außenseiter angefeindet und später in der Masse gefeiert wurden. Punk, Grunge, Beatnik und die Flowerpower-Bewegung sind nur ein paar Beispiele, die hier zu nennen wären. Oft geht das einher mit einer Art Gallionsfigur, einer Ikone, die diesen Spirit ganz besonders verkörpert und anschließend meist das Vorbild dieses neuen Schönheitsideals darstellt. Heutzutage zählen vermutlich die Kardashians zu diesen Figuren, obwohl und vielleicht besonders weil sie eben so stark polarisieren.



Ist Schönheit vergänglich?


Wenn wir uns nun aufgrund der Erfahrung aus der Geschichte bewusst machen, dass jedes Schönheitsideal in Wirklichkeit auch nur mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum bedruckt ist, stellt sich doch die Frage: Macht es wirklich Sinn, etwas nachzujagen, das morgen schon ganz anders aussehen könnte – im wahrsten Sinne des Wortes? Schließlich kostet es uns eine Heidenenergie, permanent mit diesen Idealen mitzuhalten zu wollen. Und macht es dann nicht viel mehr Sinn, das, was man natürlicherweise zu bieten hat so auszudrücken, dass man von innen heraus magnetisch wird?


Was ich damit sagen will: Ich bin der Überzeugung, dass man besonders attraktiv auf seine Mitmenschen wirkt, wenn man sein authentisches Selbst zum Ausdruck bringt. Kennen wir nicht alle diese Menschen, die optisch nicht unserem gesellschaftlichen Ideal entsprechen, aber ein Charisma ausstrahlen, dass man gar nicht anders kann als hinzusehen? Und liegt das nicht daran, dass sie so passioniert ausleben, was sie können und wer sie sind? Was sie so anziehend macht, ist ihre Freude am Selbstausdruck, dem Ausleben ihrer Talente und Fähigkeiten, dem echt und authentisch sein. Nicht selten, werden genau diese Persönlichkeiten dann zu den oben genannten Ikonen und neuen Schönheitsidealen.


Aus der Sicht des Facereadings trägt jedes Merkmal im Gesicht ein gewinnendes Potential in sich; auch wenn es so gar nicht dem aktuellen Schönheitsideal entsprechen sollte. Demnach können beispielsweise auch kleine, tiefliegende Augen attraktiv wirken, wenn diese ein gewisses Leuchten versprühen. Und große, ungewöhnliche Nasen können zu straken Magneten werden, wenn der Charakterkopf dahinter das auch nach außen trägt, siehe Barbara Streisand oder Owen Wilson. Und wo Falten eine tiefsinnige Geschichte über einen Menschen erzählen, erscheint ein glatt gebügeltes Gesicht oft einfach nur leer.


Umso schöner finde ich, dass wir immer mehr den Mut aufbringen, unserem Wunsch nach Diversität Ausdruck zu verleihen. Ich bin davon überzeugt, dass unsere Individualität und unsere Andersartigkeit uns besonders macht und damit auch schön. Und ich ich bin auch davon überzeugt, dass das Ausleben unserer Potentiale und unserer Authentizität das ist, was uns von innen heraus strahlen lässt. Und strahlen ist zeitlos. Was gibt es also schöneres?


 


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